Rezension: Happy End von Amélie Nothomb (Diogenes Verlag)

Ein Ende mit Schrecken?       Über Amélie Nothomb kann kaum genug geschrieben werden: seit Jahrzehnten erstaunt die belgische Autorin mit außergewöhnlichen Themen, die nicht selten manche Genre- und auch teilweise Geschmacksgrenze überschreiten. Stets begleitet wird sie hierbei von einem herausragenden Talent, Nichtigkeiten zu etwas Wertbaren aufzubauen und auch wieder, bei Bedarf, einreißen zu…

Rezension: Die rote Frau von Alex Beer (Blanvalet)

Wien sehen … und sterben!     Mit Die rote Frau liefert Autorin Alex Beer nun den zweiten Teil ihrer Kriminalromane rund um den teils grummeligen, teils hoch analytischen Rayoninspektor August Emmerich. Der Vorgänger „Der zweite Reiter“ (Rezension) begeisterte. Er war herrlich unkonventionell und konnte sich sowohl mit seinem Setting, seiner sozio-kulturellen Darstellung der damaligen…

Rezension: Ein Kampf von Patrick Süskind (Diogenes Verlag)

Zwischen Schwindel & Schach     Dieses Buch ist eine Seltenheit. Allerdings nicht etwa aufgrund des ausgewählten Themas oder der Integrierung von Illustrationen. Es ist besonders, weil bereits zu Beginn dieser Rezension auf dreierlei Etikettenschwindel aufmerksam gemacht, ja sogar davor gewarnt werden muss. Da wäre zum Beispiel das Cover mit dem Zusatz „Illustriert von Sempé“.…

Reboot & Weiterentwicklung

Mehr als ein Jahr ist es her, dass dieser Blog in einen langen Winterschlaf geschickt wurde. Die Gründe hierfür lagen vor allem darin, dass er zu zeitintensiv war und es zu viel Kraft kostete, bis zu 8 Beiträge im Monat zu posten. Im Grunde verschob sich hierdurch der Fokus von mir als Autor, der nebenbei…

Rezension: Leere Herzen von Juli Zeh (Luchterhand Literaturverlag)

Rücksichtslose Herzlosigkeit     Grundgedanken & Prota Bevor der eigentliche Roman besprochen werden kann, sei darauf verwiesen, dass sowohl der Klappentext als auch der Einband eine wichtige thematische Information vorenthalten, die dringend erwähnt gehört: bei diesem Roman ist Suizid ein ganz zentraler Faktor und wird in unterschiedlicher Weise zur Sprache kommen, manchmal beiläufig, andere Male…

Rezension: Außer Kontrolle von Volker Heise (Rowohlt Berlin)

Temporeicher Großstadtabsturz   Grundgedanken und Protagonisten Angesiedelt im angedeuteten Berlin erzählt der Journalist und Regisseur Volker Heise in seinem ersten Roman die Geschichte eines Tages und der darauffolgenden Nacht, in der — etappenweise — unterschiedliche Menschen in einen Abwärtsstrudel geraten, der von ihnen selbst initiiert wird und jeder einen Beitrag dazu leistet, allen Figuren den Boden unter den Füßen…

Rezension: Meine Nachmittage mit Eva – Über Leben nach Auschwitz von Bärbel Schäfer (Gütersloher Verlagshaus)

Zu viel Bärbel, zu wenig Eva!     Disclaimer: Da es sich bei diesem Buch um ein Sachbuch handelt, findet die übliche strukturelle Abhandlung der bisherigen Rezensionen (Grundgedanken/Prota, Struktur, Sprache, Lesegefühl) hier keine Anwendung. Die Rezension erfolgt in einem kategorielosen Fließtext.   Werke, die einige Elemente auf berührend-grandiose Weise richtig machen, während andere Teile einem…