Das Verhältnis von BuchbloggerInnen und AutorInnen ist manchmal eine Geschichte voller Missverständnisse. BuchbloggerInnen klagen, dass sie sich von manchen AutorInnen in ihrer Arbeit nicht wertgeschätzt fühlen und man sich nicht genug Mühe gibt, während SchreiberInnen viel zu oft nicht wissen, wie sie es denn fertigkriegen, überhaupt mit

BloggerInnen in guten Kontakt zu treten. Um beiden Seiten zu ein wenig mehr Freude zu verhelfen, handelt der heutige Beitrag einmal davon, wie AutorInnen passende BuchbloggerInnen finden können, einen guten Kontakt herstellen und eine Basis aufbauen, die für beide Seiten angenehm sind. Die folgenden Hinweise dienen also für ein besseres Miteinander und sind dazu da, den Frust auf beiden Seiten zu minimieren.

Anmerkung: Die Tipps sind sowohl für den Umgang mit BuchbloggerInnen als auch mit Booktubern geeignet.

Viel Vergnügen!

 

Generell: Wie findet man BuchbloggerInnen?

Im deutschsprachigen Raum gibt es über 1000 Blogs, die sich mit dem Thema “Bücher” befassen. Das ist eine solche Vielzahl, dass man zu Beginn der Suche erschlagen sein mag von der puren Auswahl. Um eine erste Orientierung zu bekommen, welche Blogs es gibt, lohnt sich ein Blick auf die folgende Internetseite, die eine Rangliste an 1300+ Buchblogs erstellt hat: https://www.lesestunden.de/topliste/

In dieser Liste sind allerdings keine Kategorien angegeben, mit welchen Genres sich die jeweiligen Blogs beschäftigen, daher sei zusätzlich nicht nur der klassische Weg über Google á la “Buchblog Fantasy” oder Ähnlichem empfohlen, sondern auch, mit offenen Augen auf Twitter & Instagram nach Hashtags Ausschau zu halten, unter denen sich Blogs gegenseitig mehr Aufmerksamkeit verschaffen wollen.

Hierfür zwei Beispiele:

#Litnetzwerk = Unter dem Hashtag werden alle paar Monate Vernetzungswochenenden veranstaltet, die dazu dienen sollen, sich als BloggerInnen gegenseitig besser kennenzulernen und auszutauschen (LINK).

#Kbis = Ein Kürzel, das für “kleine Blogs in Sicht” steht und ebenfalls auf Vernetzung setzt, aber eben für Blogs, die noch etwas wachsen wollen. Auch hier findet man Buchbloglisten und sogar Hinweise auf FB-Gruppen (LINK).

 

Recherchiere, sympathisiere, selektiere! 

Ähnlich wie man immer wieder mal für die eigenen Bücher recherchiert, bevor man mit dem eigentlichen Schreiben der jeweilige Szene oder des Werkes beginnt, empfiehlt es sich, auch schon Wochen und Monate vor der Veröffentlichung die Augen und Ohren nach geeigneten BuchbloggerInnen offen zu halten, mit denen man zusammenarbeiten möchte. Nur zu wissen, dass es viele Buchblogs gibt, ist eine Sache, aber die richtige Auswahl zu treffen, eine ganz andere. Daher der Tipp: Nimm dir dafür eine Menge Zeit, denn die Auswahl ist, wie erwähnt, riesig und das Kontingent deiner Rezensionsexemplare sicherlich begrenzt.

Geh dabei bestenfalls wie folgt vor: verschicke nicht einfach wahllos Nachrichten unter dem Motto “viel hilft viel”, sondern beschäftige dich wirklich mit der Materie. Schau hierbei nicht nur, ob die jeweilige Person dein Genre überhaupt liest und rezensiert (!), sondern lies einige der Rezensionen durch, zeige Interesse an der Person hinter dem Blog und erstelle so eine Liste mit möglichen KandidatInnen, denen du gerne dein Buch schicken würdest.

Manche AutorInnen versuchen hier zwar eine Abkürzung vorzunehmen, indem sie sich diese Mühe des Recherchierens und Selektierens nicht machen, um einfach in den sozialen Netzwerken kurz vor/nach der Veröffentlichung auf gut Glück zu fragen, ob irgendwelche BuchgloggerInnen Lust hätten, das Buch zu rezensieren. Doch das ist nicht ansatzweise so vielversprechend wie die aufwendigere Methode. Der Grund ist einfach: Wenn man sich vorher nicht einmal die Mühe macht, BloggerInnen kennenzulernen und mit ihnen zu interagieren, warum sollten sie sich die Mühe machen, ausgerechnet dein Buch zu rezensieren? Gegen eine Kombination aus beiden Wegen ist jedoch nichts zu sagen: eine lange Recherche vor der Veröffentlichung und  Kontaktaufnahme mit einigen der BuchbloggerInnen, sowie ein Aufruf kurz vor/nach der Veröffentlichung, ob noch jemand anderes, der bisher nicht angeschrieben wurde, Interesse hätte.

Zusatztipp: Erweitere deinen Horizont!

In deiner Recherche für geeignete BuchbloggerInnen wird es dir immer wieder passieren, dass du Blogs findest, die sich zwar nicht mit deinem Genre beschäftigen, aber trotzdem eine gewisse Sympathie und/oder Kompetenz auf dich ausstrahlen. Sortiere diese Blogs und die InhaberInnen keinesfalls aus! Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, dass dein Buch von einem Blog aufgriffen wird, der ein völlig anderes Genre bedient, kann ein Folgen und ein Kontaktaufbau durchaus Vorteile bringen: zum einen sind gut geschriebene Rezensionen immer reizvoll für AutorInnen, um selbst einmal zu erfahren, was bei anderen Büchern gelobt und was kritisiert wird. Hierdurch kann man eine Menge lernen und entweder Inspiration sammeln oder eigene Fehler vermeiden. Zum anderen sollte man Buchblogs — und ihre BeitreiberInnen — nicht nach ihrer Nützlichkeit für sich selbst beurteilen. Hinter allen Blogs steckt ein Mensch, zu dem man eine gute Bindung aufbauen kann und hat man sich erst einmal angefreundet, findet man in der Person vielleicht keine Rezensentin, aber wahrscheinlich eine interessierte LeserIn und Unterstützerin. Auch das ist sehr viel Wert!

 

Vermeide Standardmails!

Hat man erst einmal eine Reihe an BuchbloggerInnen für sich entdeckt und würde gerne einen ersten Kontakt herstellen, geht das auf unterschiedliche Weise: man kann unter ihren Beiträgen kommentieren, sie in den sozialen Netzwerken hinzufügen oder man begegnet ihnen vielleicht auf Buchmessen und kann so erste Unterhaltungen führen. Jede dieser Arten kann zu tollen Unterhaltungen führen und hilft dabei, einen ersten Draht herzustellen und sich ins Bewusstsein von BloggerInnen zu rufen. Irgendwann wird aber der nächste Schritt erfolgen: man möchte mit ihnen darüber reden, ob sie das eigene Buch rezensieren wollen.

Hierbei sei der klar Rat ausgesprochen: Individualisiere die Nachrichten soweit wie nur möglich. Sage darin wer du bist, warum du den Blogger bzw. die Bloggerin ausgewählt hast, berichte von deinem Buch und warum du glaubst, dass es zum Blog passen würde, was du dir wünschst und zeige generell, dass du dich mit dem Blog beschäftigt hast. Natürlich bedeutet das im Vorfeld mehr Arbeit für dich, wenn du dich mit jedem Blog und allen BuchbloggerInnen auseinandersetzen musst, aber es lohnt sich: zum einen sind lieblose Standardmails so häufig vertreten, dass du positiv auffällst, wenn du von diesem Schema abweichst und zeigst, dass du nicht nur Interesse an der Leistung der BloggerInnen hast, sondern auch an deren genereller Arbeit. Zum anderen folgen hierdurch weitere mögliche Vorteile: die Chance könnte sich erhöhen, dass BuchbloggerInnen dein Buch annehmen, während du dafür sorgst, dass sie sich an deine Mail/Kommentare und sogar an dich erinnern, sodass sie dir positiv gegenüber gestimmt sind. Das hat sicher keinen Einfluss auf die Rezension deines Buches, aber definitiv auf die Bereitschaft, deinem Buch eine Chance zu geben, wenn du es denn gut angepriesen hast. Zusätzlich entsteht durch diesen ersten Eindruck bereits eine positive Basis auf der sich aufbauen lässt, etwa für weitere Kooperationen oder generellen Kontakt. Deswegen wärst du gut beraten, deine Mails und Anfragen möglichst so zu gestalten, dass sich BuchbloggerInnen individuell angesprochen fühlen. Denke auf keinen Fall, dass Ihnen das schon nicht auffallen wird, wenn du Rundmail-Spam an sie und hunderte andere schickst — BloggerInnen sind nicht dumm, dafür verkaufe sie auch nicht dafür.

 

Achte auf den Ton!

Sowohl bei der Kontaktaufnahme als auch bei weiteren Gesprächen und Interaktionen sollte stets ein freundlicher und respektvoller Ton eingehalten werden. BuchbloggerInnen sind nicht eure Untergebenen oder Dienstleister, die ihr angestellt habt und die immer sofort da sein müssen, wenn ihr es verlangt. Es ist eine Kooperation auf Augenhöhe und genau so sollte sie auch gesehen werden. Letztendlich schenken sie euch mehr Reichweite und Aufmerksamkeit, indem sie sich mit dem Buch beschäftigen und bekommen selbst eine hoffentlich angenehme Leseerfahrung. Aus diesem Grund darf man gar nicht erst auf die Idee kommen, sich als ChefIn der BuchbloggerInnen zu sehen, da es sonst passieren kann, dass sie die Lust an euch und eurem Buch verlieren. Achtet ihre Arbeit ebenso wie ihr eure Arbeit und Mühen geachtet sehen wollt. Nur dann können beide Seiten dauerhaft ein angenehmes AutorIn-BloggerIn-Verhältnis aufbauen.

 

Sei geduldig!

Du hast es geschafft: BuchbloggerInnen haben positiv auf deine Kontaktaufnahme reagiert, du hast dein Buch abgeschickt und es ist wohl behütet bei den BloggerInnen deiner Wahl eingetroffen. Dann heißt es: abwarten und ruhig bleiben! Keinesfalls — dieses Wort sei der Dringlichkeit wegen wiederholt: keinesfalls! — solltest du dann immer wieder bei den BuchbloggerInnen nachfragen, wie sie es finden.

Es ist verständlich, dass man als AutorIn auf glühenden Kohlen sitzt und gerne wissen möchte, ob das eigene Buch gut ankommt oder nicht, auch um sich selbst auf die kommende Rezension vorbereiten zu können, aber diese innere Aufregung in ständige Nachrichten umzuwandeln, ist kontraproduktiv: RezensentInnen werden hierdurch nur genervt, weil man sie unter Druck setzt und nicht in Ruhe ihre Arbeit machen lässt. Stelle es dir so vor: du willst ein Buch lesen, aber anstatt wirklich tief darin versinken zu können, rüttelt jemand immer wieder an dir und reißt dich raus. Das mag bei einem oder zwei Malen noch akzeptabel sein, aber jedes weitere Mal stört und hat einen negativen Einfluss auf die Wahrnehmung des Buches und der Person, die einen rüttelt.

Aus diesem Grund die deutliche Empfehlung: ruhig bleiben. So anstrengend und nervenaufreibend es auch sein mag, durch diese innere Tortur musst du ohne Quengeln durch, wenn du AutorIn bist. Das gehört einfach dazu. Frag ruhig vorher freundlich an, ob BuchbloggerInnen dir Bescheid geben können, wann sie mit dem Buch beginnen und/oder wenn feststeht, wann die Rezension erscheint, aber ganz wichtig: nervt sie nicht.

 

Reagiere stets besonnen!

Grundsätzlich geht es bei Rezensionen um die Frage, ob ein Buch gut gefallen hat und daher Lob erfährt oder ob man Kritik daran üben muss. Beide Strömungen haben gemeinsam, dass sie in Form von manchmal mehr, manchmal weniger Worten kundgetan werden und man als sich als AutorIn berufen fühlt, darauf zu reagieren.

Während Lob leicht anzunehmen ist und sich mit einem Lächeln in den eigenen Social-Media-Kanälen teilen lassen, ist Kritik immer eine Herausforderung, weil sie nicht selten mitten ins Herz trifft und schmerzt. Bei negativen Rezensionen durch BuchbloggerInnen trifft das besonders zu, wenn man sie sich selbst ausgesucht hat und dachte, das eigene Buch würde ihren Geschmack gut treffen. Gleichzeitig ist die Kritik von BloggerInnen auf eine eigene Weise öffentlich, weil sie auf ihrem Blog und dadurch auch in ihren sozialen Netzwerken verbreitet wird, sodass ein innerer Eindruck entstehen kann, man sei an den Pranger gestellt. Schnell fühlen sich kritische Worte persönlich an und man mag sich am liebsten öffentlich rechtfertigen.

Doch anstatt zum Gegenfeuer anzusetzen und möglicherweise sogar die Dreistigkeit zu besitzen, die Kompetenz der BloggerInnen auf irgendeine Weise anzuzweifeln, sollte man so besonnen wie möglich — gerade öffentlich — reagieren. Selbstverständlich ist Kritik nicht angenehm, aber sobald sie ausgesprochen bzw. im Blog geschrieben ist, existiert sie in der Welt. Es ist ratsam damit professionell umzugehen, sich für die Rezension zu bedanken und möglicherweise Bedauern anzumelden, dass das Buch nicht so gut gefallen hat. Mehr noch: wenn die erwähnten Kritikpunkte valide sind, bietet es sich sogar an, sich für die konstruktive Kritik zu bedanken. Das würde Größe zeigen, sowohl bei den Rezensenten als auch AutorenkollegInnen und LeserInnen. Nicht jedes Buch kann jedem Leser bzw. Jeder Leserin gefallen. Das ist ein Fakt, mit dem man sich anfreunden sollte, um Kritik nicht als Ende der Welt wahrzunehmen. Auf Kritik schlecht zu reagieren und sich deswegen öffentlich negativ zu verhalten, ist letztendlich immer schlimmer als eine nicht so positive Rezension.

 

Sharing is Caring!

Anstatt nur die eigene Rezension zu teilen, ist es empfehlenswert, BuchbloggerInnen sowohl vor, nach und auch während der Zeit, in der sie euer Buch haben, Respekt und Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, indem ihr euch beispielsweise für die anderen Rezensionen oder Blogbeiträge interessiert und die dann auch in euren sozialen Netzwerken teilt. Die AutorInnen-BuchbloggerInnen-Beziehung ist ein Geben und Nehmen und ihr könnt einen guten Eindruck machen, wenn ihr BloggerInnen ebenso zu mehr Aufmerksamkeit verhelft, wie sie es mit euch und euren Büchern machen. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass ihr Inhalte für eure sozialen Netzwerke habt und BuchbloggerInnen auch in Zukunft gerne mit euch zusammenarbeiten werden, eben weil du deutlich zeigst, dass du nicht nur aus Eigeninteresse handelst, dich selbst voranzubringen, sondern euch wechselseitig unterstützt.

 

 

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