Die Beziehung zwischen LeserInnen und AutorInnen ist eine sensible und zum Teil einzigartig: während die schreibende Zunft oft wenig mehr liebt, als zu GeschichtenerzählerInnen zu werden, wollen LeserInnen in fremde Welten abtauchen und nehmen an einer Erzählung teil, während ihre Fantasie Bilder erschafft. Es besteht eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen diesen beiden Seiten; ohne AutorInnen haben LeserInnen keine Bücher, die ihnen Freude bereiten, während wir ohne Menschen, die unsere Bücher kaufen, ins Leere schreiben würden. Je mehr Menschen die eigenen Bücher kaufen, umso wahrscheinlicher ist es, dass man sich dieser Lieblingstätigkeit öfter und intensiver widmen kann, bis man schließlich — im besten Fall — in der Lage ist, nur von den eigenen Geschichten zu leben. Ein Luxus, der einzig allein durch LeserInnen ermöglicht werden kann.

Aber die finanzielle Seite ist nur eine der vielfältigen Möglichkeiten AutorInnen zu helfen, die Blut und Wasser geschwitzt haben, um unterhaltsame, bewegende, spannende und großartige Bücher herzustellen. In diesem Blogbeitrag soll einmal ein Blick darauf geworfen werden, wie LeserInnen uns AutorInnen unterstützen können, damit wir mehr schreiben und LeserInnen noch mehr Bücher bekommen können.

Viel Vergnügen!

 

1. Seid bereit, für Arbeit zu zahlen!

 

Ein selbstverständlicher Punkt, der auf den ersten Blick so banal erscheinen mag, dass es überflüssig wirkt, ihn hier zu erwähnen, aber dennoch hat er seine Berechtigung: Die Grundunterstützung, die LeserInnen leisten können, ist natürlich — und wird es immer sein — der Bücherkauf.

Es ist zwar verständlich, dass in Zeiten von beinahe kostenlosem Fernsehen, von All-You-Can-Watch-Buffets wie Netflix oder auch Diensten wie Youtube & Spotify ein Überangebot an Medien herrscht, die dazu einladen, sie möglichst kostengünstig zu konsumieren. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass hinter jedem Buch hunderte Stunden und zehntausende Worte stecken, die sich eine einzelne Person für LeserInnen ausgedacht und somit aus dem Nichts erschaffen hat. Das ist eine Arbeit zu der viele andere Menschen nicht fähig sind und gleichzeitig resultiert sie darin, deutlich länger zu unterhalten als es jedes Lied, jeder Film oder jede Serienepisode könnte.

Leider teilen Bücher, trotzdem sie — im Vergleich zu ihrem Preis — so viel Mehrwert bieten, unter dem gleichen Schicksal wie viele anderen Medien: illegalen Downloads. Eine paradoxe Situation, da Bücher so gestohlen werden, weil man die Arbeit des Autors beziehungsweise der Autorin mag, aber nicht bereit ist, sie dafür zu entlohnen. Wer mehr über die Schäden wissen möchte, hier ein Link zu einem gesonderten Beitrag:

Illegale E-Book-Downloads – Wie sie Autoren & vor allem Lesern schaden

 

Daher ganz deutlich: Kauft die Bücher und widersteht der Verlockung, sie euch illegal kostenlos zu besorgen. Das ist eine Frage des Respekts, der Achtung und der Wertschätzung unserer Arbeit. 

 

2. Zeigt eure Begeisterung!

 

Heutige LeserInnen sind immer mehr mit dem Internet verbunden und daher natürlich auch mit vielen sozialen Kanälen. Dort tauschen sie sich aus, geben ihren Bekannten und Freunden Ratschläge und lassen einen gerne am Leben teilhaben. Es ist wunderbar, dass es diese Möglichkeiten gibt, in die Vorlieben und Leidenschaften anderer Menschen zu einzutauchen!

Uns Autoren kommt dies insbesondere dann zu Gute, wenn wir für kurze Augenblicke einen Teil dieser Aufmerksamkeit bekommen, in Form von zum Beispiel unseren Büchern auf Instagram, Leseeindrücken auf FB, Kurzreviews auf Twitter, Besprechungen auf Youtube, Austausch in Podcasts usw. Das Internet ist voll mit so vielen Wegen, wie man als LeserIn zeigen kann, dass man ein Buch oder eine AutorIn mag, dass man eine breite Palette an Möglichkeiten besitzt, Einfluss darauf nehmen zu können, wie viel Begeisterung auf andere Menschen über geht.

Während man früher nur auf Schulhöfen oder Arbeitspausen mal kurz einen Plausch halten, vielleicht mal bei einem Kaffee/Tee darüber reden konnte, gibt der technische Fortschritt heutzutage viel mehr für LeserInnen her, als nur eine kurze Erwähnung nebenbei. Nutzt diese Bandbreite aus, damit wir noch lange eure GeschichtenerzählerInnen sein können! 

 

3.  Bewertet so viel ihr könnt!

 

Gerne werden sie und ihre Bedeutung unterschätzt, dabei sind Bewertungen eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wichtigste Hilfsmittel, wie LeserInnen Büchern und ihren AutorInnen helfen können. Bei manchen Plattformen wie Goodreads ist es lediglich ein Klick, der angibt, wie viele Sterne man einem Buch zugestehen würde, während man bei Amazon & Co. noch einen kleinen Text schreiben soll, um die eigene Sternewahl zu begründen.

In beiden Fällen verhältnismäßig wenig Aufwand für einen sehr großen Ertrag: Bewertungen sind ein Lebenselixier für uns Autoren. Ein Buch kann herausragend sein und begeistern, wenn es aber niemand bewertet hat, wird automatisch der Eindruck entstehen, dass niemand daran interessiert war. Das wiederum bedeutet, dass auch zukünftige LeserInnen dem Buch in den seltensten Fällen eine Chance geben werden, auch wenn ihnen damit etwas entgehen wird. Man möchte immerhin nicht die Katze im Sack kaufen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass LeserInnen ihre Zuneigung in Sternen, Punkten und auch in Worten ausdrücken, um der Welt zu zeigen, dass die Bücher, es wert sind, gelesen zu werden. Hierdurch kann man viele andere Leser und Leserinnen ermutigen, dem Buch ebenfalls mal eine Chance zu geben und gleichzeitig motiviert ihr uns Autoren, immer weiter für euch zu schreiben. Win-win-Situation!

 

4. Live-Lesen als direktes Feedback!

 

Eine Idee, die (leider) noch nicht sehr verbreitet ist, aber wahnsinnig viel Spannung bietet: Ein Leser oder eine Leserin kauft ein Buch und twittert live während des Lesefortschritts Eindrücke über Figuren, Kapitel und gewichtige Momente, ohne viel von der Handlung zu verraten. Hierbei kann zum Beispiel der Buchtitel als Hashtag genommen werden, damit alle diese Live-Lesen-Tweets beieinander sind.

Für AutorInnen ist das eine tolle Art des Feedbackkanals, denn einerseits schaut man Lesern so virtuell über die Schulter, kann ihre Reaktionen sehen und eine diebische Freude dabei empfinden, wenn dramatische Wendungen kurz bevorstehen oder bestimmt Emotionen ausgelöst werden. Andererseits werden so andere Menschen auf das Buch und dessen Wirkung aufmerksam, sodass sie sich möglicherweise angestachelt fühlen werden, ebenfalls einen Blick in das Buch zu werfen. Live-Lesen ist daher die perfekte Möglichkeit, um die eigenen Eindrücke noch während des Lesens in die Welt hinauszutragen und so für eine bedeutende Aufmerksamkeit zu sorgen.

Natürlich bürgt diese Form des Feedbacks auch die Gefahr, dass man als AutorIn Kritik mitbekommen könnte, aber auch das ist wichtig für den Verbesserungsprozess! Wer einmal den Nervenkitzel und die innere Anspannung mitgemacht hat, Live-Reaktionen zu Szenen/Kapiteln zu bekommen, wird mit Sicherheit süchtig danach werden und den ganzen Tag eine ähnliche Aufregung empfinden, wie in den Momenten, in denen jemand sagt, dass man mit dem Buch durch sei und man sich mit dem Leser bzw. der Leserin unterhält, wie das Buch ankam.

Alternative hierzu: Insta-/Snapchat-Stories, in denen man nicht darüber schreibt, wie man es fand, sondern darüber spricht. Einziges Problem ist hierbei jedoch, dass die Videos schnell verschwinden und keine Nachhaltigkeit herrscht. Daher wäre Twitter mit dem auf ewig gespeicherten Hashtag und den dazugehörigen Posts besser geeignet.

 

5. Unterstützt das Marketing!

 

Je nach Genre, Thema und Aufwandsbereitschaft der AutorInnen wird es zu jedem Buch und zu jeder Buchreihe eine Form des Marketings geben. Hierbei können LeserInnen einen entscheidenden Teil dazu beitragen, dass eben jene Marketingstrategien funktionieren und für den Erfolg des jeweiligen Buches sorgen. Ob man hierbei beispielsweise an Leserunden teilnimmt und die Erlebnisse in den eigenen sozialen Kanälen verarbeitet, bei Blogparaden mitmacht, Neuigkeiten zum Buch fleißig teilt oder auch dazu aufruft, bei Gewinnspielen teilzunehmen, bleibt völlig dem Einsatzwillen der LeserInnen überlassen.

Fakt ist: als AutorIn hat man nur eine durch die eigene Followerschaft begrenzte Reichweite, was für die Vermarktung eines Buches nicht unerheblich ist. Diese kann man jedoch drastisch erhöhen, indem man zu einem AutorIn-LeserIn-Gespann wird und das Buch auf unterschiedliche Weise erfahrbar für andere Menschen macht.

 

6. Bloggt über die Bücher!

 

Bücher zu rezensieren ist eine ganz eigene Kunst, da man tief in sich hinein hören muss, um ein Verständnis dafür zu entwickeln, warum man was an einem Buch mochte oder nicht. Dies gilt es dann noch in geeignete Worte zu fassen, die möglichst das eigene Lesegefühl transportieren sollen — keine leichte Aufgabe. Dennoch lohnenswert für AutorInnen und sogar für LeserInnen!

Rezensionen haben für AutorInnen den Vorteil, dass man einen genauen Eindruck der LeserInnen erhält und diesen sogar in den eigenen sozialen Kanälen, vielleicht auch auf der eigenen Internetseite, teilen kann. So kann man zeigen, dass das eigene Buch gelesen wird und ermutigt andere Menschen dazu, dem jeweiligen Buch ebenfalls eine Chance zu geben.

Rezensenten bringt es ebenfalls Vorteile: zum einen findet ein bewusster Prozess über die eigenen Lesevorlieben statt, was bei der zukünftigen Buchauswahl entscheidend sein kann, zum anderen kann so ein Austausch mit anderen LeserInnen darüber entstehen, wie man das Buch fand. Außerdem können solche Rezensionen zu Interaktionen mit AutorInnen führen, die sonst möglicherweise nicht in der Form gegeben wären:

Wer eine (qualitativ) gute Rezension schreibt — womit nicht gemeint ist, alles in den Himmel zu loben —, wird eventuell die Aufmerksamkeit des Autors bzw. der Autorin gewinnen und dann in Kontakt treten können. Viele AutorInnen bedanken sich für Rezensionen und haben das Gegenüber dann ab diesem Moment im Kopf. Das könnte beispielsweise beim nächsten Buch entscheidend sein und so ist es nicht ungewöhnlich, wenn AutorInnen dann mit der Frage an RezensentInnen herantreten, ob sie nicht auch das Buch als Rezensionsexemplar zugesandt haben wollen. Auf diese Weise entsteht eine ganze eigene AutorIn-LeserIn-Bindung, die eben ohne Rezensionen nicht möglich wären.

 

Fazit 

AutorInnen schreiben sicherlich aus vielen Gründen, aber einer wird immer zentral sein: Leserinnen und Lesern eine emotionale, wunderbare und einzigartige Zeit zu ermöglichen und ihre Gedanken für eine Weile von der Realität in eine andere Welt zu versetzen. Wir überlegen uns Charaktere, denken uns Handlungen aus, versuchen uns in Gespräche einzufühlen, erschaffen teilweise ganze Universen und nehmen frustrierende Erfahrungen wie Schreibblockaden, Schreibsackgassen, Überarbeitungen und andere Dinge nur zu gerne in Kauf, damit wir am Ende auch nur von einem von euch LeserInnen hören, dass ihr unsere Bücher, unsere Geschichten und unsere Figuren mögt. Es gibt kaum ein schöneres Glücksgefühl als dieses Feedback zu erhalten und erfüllt uns mit wahnsinnigem Stolz und einem starken Wunsch, direkt wieder in die Tasten zu hauen.

Daher helft uns, liebe Leser und LeserInnen, damit wir euch zu neuem Lesevergnügen verhelfen können! Seid unsere Unterstützer und motiviert uns durch euren Einsatz, damit wir immer weiter an der Tastatur kleben! 

 

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3 thoughts on “Wie Leser ihren Autoren helfen können!”

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