Als AutorIn teilt man sich ein wertvolles Gefühl mit LeserInnen: die freudige Hoffnung, dass ein Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu unterhalten und vielleicht sogar zu begeistern weiß. Doch leider kann nicht jedes Werk diese Hoffnung erfüllen. Manchmal ist sogar das Gegenteil der Fall: Anstatt eine hervorragende Zeit zu haben, fühlt man sich mehr und mehr unwohl mit dem Buch, überlegt immer wieder, ob sich die folgenden Lesestunden überhaupt noch lohnen, ob das Buch die Kurve kriegen wird oder es nicht besser wäre, das Pflaster schnell abzureißen und das Buch abzubrechen. 

In diesem Blogbeitrag soll es einmal um einige Gründe gehen, die LeserInnen dazu bewegen, ein Buch nicht weiter fortzusetzen, sondern sich mit neuer Hoffnung in ein anderes zu stürzen. Während ein Großteil des Beitrages hierbei auf Fehlern von AutorInnen basiert, wird er gleichzeitig auch aufzeigen, dass das Problem ebenfalls bei LeserInnen selbst liegen kann und man als AutorIn nicht immer die Schuld an einem Abbruch trägt.

Viel Vergnügen!

Langeweile & Handlungsarmut

Wenn das Tempo eines Buches über längere Zeit kaum existent ist und es scheint, als würde es Entwicklungen weder auf der charakterlichen noch der erzählerischen Ebene geben, verfällt man als LeserIn schnell in ein Gefühl der Langeweile. Man driftet mit den Gedanken aus der Geschichte heraus, liest nur noch mit den Augen, aber nicht mehr mit dem Herzen und ertappt sich möglicherweise selbst dabei, wie alles spannender ist und mehr nach einem schreit, als dass es das Buch in der Hand macht. Ein Umstand, der an die Schulzeit erinnert, als man im langweiligsten Schulfach saß, sich kaum dazu motivieren konnte, den Geschehnissen zu folgen und nur das Klingeln zum Stundenende herbeisehnte. Ähnlich reagieren auch LeserInnen, die sich zwar kein akustisches Element, aber eine deutliche Beschleunigung der Handlung wünschen.

Selbstverständlich bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass man sich als AutorIn im ständigen Wettrennen um die Aufmerksamkeit der LeserInnen befinden und auf jeder Seite neue Entwicklungen präsentieren muss. Vielmehr geht es darum, Handlungen nicht immer wieder über dutzende Seiten stagnieren zu lassen, Räume und Orte nicht ebenso lang (oder länger) zu beschreiben, ohne dass man den LeserInnen genug Gründe oder Belohnungen gibt, sich mit diesen Elementen des Buches auseinanderzusetzen. Folgt eine langatmige und an Relevanz zweifelhafte Stelle nach der nächsten, wird automatisch die Frage aufkommen, warum man weiterhin Zeit in das vorliegende Werk investieren sollte, wenn sich der Autor beziehungsweise die Autorin nicht einmal darum bemüht, etwas Abwechslung zu bieten und Interesse zu wecken.

Mangel an Glaubwürdigkeit

Geschichten und Handlungen in Büchern müssen vor allem eines tun: einer inneren Logik folgen. Die mag von Genre zu Genre variieren, aber inhaltlich muss jeder Handlungsstrang, sowie jedes Geschehen realistisch und glaubwürdig für die dargestellte Geschichte und das verwandte Universum sein. Ist das der Fall, fällt es LeserInnen leichter, sich mit den Figuren zu identifizieren, dem Plot zu folgen und sich fallen zu lassen. Als AutorIn baut man so ein gewisses Grundvertrauen auf, sodass LeserInnen bereit sind, an der Hand durch die einzelnen Punkte der Geschichte geführt zu werden. 

Dieses Vertrauen kann man aber auch wieder verlieren, indem man als AutorIn Plotholes nicht ausmerzt, große Logiklücken als unwichtig ansieht oder Figuren erschafft, die sich nur so verhalten, damit es zum Plot passt, aber keineswegs realistisch erscheinen. Wer hierbei nur darauf vertraut, dass LeserInnen eine gewisse Schieflage der Glaubwürdigkeit des eigenen Werkes akzeptieren werden und zu tolerieren haben, verhält sich respektlos gegenüber der eigenen Kundschaft und muss sich bewusst sein, dass sich nicht viele LeserInnen tolerant zeigen werden.

Lazy Writing — also die Faulheit, sich keine Gedanken um logische Verknüpfungen und realistische Handlungen zu machen — kann daher (zurecht) ein großes Problem für LeserInnen sein und zu einem Abbruch der LeserIn-Buch-Beziehung führen.

Flut an Klischees & Standards

Jedes Buch sollte ein eigenständiges und einzigartiges Werk sein, das möglichst individuell daherkommt und LeserInnen so eine außergewöhnliche Lesererfahrung bietet. Ist allerdings das Gegenteil der Fall und ein Roman wirkt mehr wie ein typisches Produkt eines Genres, das den gängigsten Standards folgt, wird aus der aufgeregten Lesevorfreude schnell eine erkaltete Beziehung. 

Romane — beziehungsweise Bücher im Allgemeinen — brauchen eine eigenständige Note, damit sie interessant genug für LeserInnen sind und sie bei der sprichwörtlichen Stange gehalten werden. Wenn sich ein Buch aber aufgrund der Art der Struktur oder des Inhalts bereits so anfühlt, als hätte man die Geschichte dutzende Male gelesen, wird zwangsläufig Langeweile aufkeimen.

Auch die Vorhersehbarkeit der fortschreitenden Handlung erhöht sich drastisch, wenn ein Buch zu sehr wie die anderen Ergüsse des Genres sein möchte und man beim Schreiben nicht genug Mut besaß, die bereits zertrampelten Pfade zu verlassen, um mal etwas Neues zu probieren. Es ist ein wenig, als würde man die gleiche Episode einer Serie wieder und immer wieder sehen: das mag zwar einige Male möglich sein, aber es wird der Punkt kommen, an dem man sich fragt, ob die eigene Lebenszeit nicht besser genutzt werden konnte und das wird der Moment sein, in dem man die Episode hinter sich lässt und auch dem Buch den Rücken kehrt.

Nur ablehnenswerte Figuren

Damit LeserInnen mit einer Handlung und vor allen den Figuren mitfiebern, sich für ihre Schicksale/Geschichten interessieren können und wissen wollen, was mit ihnen geschieht, muss man gewisse Ankerpunkte in ihnen vorfinden und sich identifizieren können. Es ist daher wichtig, sie möglichst vielseitig und nicht zu eindimensional zu konstruieren, sodass unterschiedliche LeserInnen ebenso verschiedene Übereinstimmungen in den Figuren finden können.

Fehlen solche Übereinstimmungen gänzlich, weil die Figuren beispielsweise zu unrund, unglaubwürdig, unrealistisch oder zu negativ dargestellt werden, fällt es schwer, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen und sich für ihre Leben zu interessieren — kurzum: man beginnt sie abzulehnen, weil man keine Gründe hat, sie ins Herz zu schließen. Und wenn die Figuren nicht begeistern, man sie sogar nicht einmal mag, warum sollte man das Buch weiterlesen?

Ganz wichtig an dieser Stelle: das zuvor Gesagte bedeutet allerdings nicht, dass es keine Bösewichte/Antagonisten oder überhaupt keine negativen Charaktere geben soll. Das Gegenteil ist der Fall: sie sind sogar sehr wichtig für den Kontrast und helfen dabei, unterschiedliche LeserInnen anzusprechen, sowie den Realismusgrad der Geschichte zu erhöhen. Problematisch ist es jedoch, wenn alle Figuren derart negativ und ablehnenswert sind, dass man sie alle scheitern sehen möchte oder sich gar nicht erst auf sie und damit dem Voranschreiten der Geschichte interessiert.

Keine Fragen im Kopf der LeserInnen

Eine der größten Motivationen, ein Buch nicht mehr aus der Hand zu legen, ist der innere Drang, aufgekommene Fragen unbedingt beantwortet zu bekommen: Wer hat den Mord begangen? Wird die Figur aus einer furchtbaren Lage herausfinden? Kommen die zwei Protas zusammen? Wer wird am Ende gewinnen? 

Die Vielfalt an möglichen Fragen, die sich LeserInnen stellen, variieren von Genre zu Genre, sowie von LeserIn zu LeserIn. Eines ist jedoch immer gleich: fehlen diese Fragen, weil sie entweder direkt von der AutorIn innerhalb des Werkes beantwortet oder gar nicht erst aufgeworfen werden, da die Handlung zu belanglos ist, fehlt ein wichtiger Antrieb, ein Buch weiterzulesen. 

Fehler  

Auch in diesem Bereich mag bei manchen LeserInnen etwas mehr Toleranz vorherrschen als bei anderen, aber generell gilt: Ein Buch hat so fehlerlos wie nur möglich zu sein. Ebenso wie man beim Kauf von einer Tasse beispielsweise ebenfalls erwartet, dass die Farbe darauf und das Material selbst perfekt verarbeitet sind, muss auch das Buch in perfektem Zustand sein. Ist die Tasse das nicht, wird man zurück in den Laden gehen und sie reklamieren; bei Büchern hingegen wird man sie weglegen und aus Frust nie wieder anrühren.

Die Toleranz Fehlern gegenüber unterscheidet sich von Mensch zu Mensch: für einige sind möglicherweise einige — in den Bereichen Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung— auf vielen hunderten Seiten noch akzeptabel, während man anderen bereits bei dieser Anzahl den Spaß raubt. Generell gilt: man strapaziert die Bereitschaft weiterzulesen, sobald die Fehlerzahl deutlich steigt. Schnell entsteht ein innerer Ärger und die Frage kommt auf, warum man seine Zeit mit einem solch hingeschluderten Buch verschwenden sollte. Das ist insbesondere schädlich für das eigene Lesevergnügen, weil eine Anspannung entsteht, wann denn wohl der nächste Fehler auftaucht und man sich so weniger auf den Inhalt und mehr die äußere Struktur der Sprache konzentriert. Lesen wird dadurch sehr anstrengend.

Es gibt aber auch Grenzfälle: das sind beispielsweise Werke, in denen Figuren absichtlich aufgrund ihrer Herkunft mit der korrekten Verwendung grammatikalischer Regeln brechen, um beispielsweise bestimmte Milieu-Zugehörigkeit, Bildungsgrade oder Dialekte aufzuzeigen. Das kann von einigen LeserInnen toleriert werden, andere fühlen sich davon in den Wahnsinn getrieben und ihnen fällt es schwer, eine Bindung zur Geschichte beziehungsweise zu eben jenen Figuren aufzubauen. Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“ wäre hier ein herausforderndes Beispiel, um die eigene Toleranz gegenüber Dialekten und Sprachverwendungen zu testen.

Chaos & Überforderung

Im Filmbereich gibt es speziell im Genre der Action immer wieder einmal Versuche, eine erhöhte Dynamik dadurch zu erreichen, dass viel zu schnelle Schnitte aufeinanderfolgen, sodass man als ZuschauerIn Probleme bekommt, überhaupt zu verstehen, wer da was genau warum macht. 

Ähnliches gibt es auch in manchen Büchern, die zwar nicht die Action derart zügig präsentieren, aber viele Handlungselemente in einem hohen Tempo aneinander reihen. Das kann beispielsweise durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Figuren, ständigen Verschiebungen auf der Zeitebene, Wendungen innerhalb der Geschichte, Polyloge (mehrere Sprecher gleichzeitig), viele Perspektivwechsel oder einer Mischung aus diesen Dingen geschehen — kurz gesagt: das Buch wird chaotisch und man erreicht schnell eine Grenze der Aufnahmekapazitäten.

Ein solches Durcheinander viele Seiten lang ertragen zu müssen, kann die ehemalige Lesefreude in Überforderung wandeln und damit in Lesefrust, der zwangsläufig dazu führen wird, ein Buch gestresst beiseite zu legen.

Nicht immer ist das Buch das Problem

Alltag zerrt an einem: Es gibt aber auch Gründe dafür, ein Buch abzubrechen, die nichts mit der Qualität des Werkes oder dem Können der AutorInnen zu tun haben: manchmal stimmen einfach die Umstände nicht zum Lesen, weil man nicht die Ruhe findet, in ein Buch zu versinken und man deswegen nicht gefesselt werden kann, weil der Kopf nicht genug vom Alltagsleben abschalten kann. Man ist zwar in Leselaune und hätte nicht wenig Lust, sich in einem wunderbar erfüllenden Buchuniversum fallen zu lassen, aber man schafft es nicht, den eigenen Kopf auf Flugmodus zu schalten und kann sich nicht auf das Buch konzentrieren.

Mangel an richtiger Stimmung: In die gleiche Kerbe schlägt das Phänomen, dass man für ein Buch innerlich bereit sein muss: wer beispielsweise unbewusst eher in der Stimmung für seichte Unterhaltung ist, aber aus Interesse ein Werk von z.B. Thomas Mann oder Elfriede Jelinek liest, wird Schwierigkeiten bekommen, sich mit der erzählten Geschichte und der Erzählart zu arrangieren. Die innere, eigene Stimmung ist entscheidend: Wer nicht in der richtigen Verfassung für ein Buch und für seine Machart ist, wird es automatisch schrecklich finden, dabei muss das Werk nicht einmal etwas schlecht gemacht haben. Im Gegenteil: versucht man es einige Zeit später erneut, kann man auf einmal die Freude seines Lebens empfinden. 

Erwartungshaltung: Erwartungshaltungen sind völlig normal: unabhängig davon, was man kauft, man stellt bestimmten Ansprüche an das Produkt und hofft darauf, dass diese erfüllt werden können. Ist das jedoch nicht der Fall, kann es bei Büchern unterschiedliche Gründe geben:

Manchmal ist es der Klappentext, der eine andere Richtung vorgibt oder sogar Falsches verspricht, um mehr Bücher zu verkaufen, als wirklich vom Buch eingehalten wird. Andere Male basiert die nicht-erfüllte Erwartungshaltung von LeserInnen auf bisherigen Leseerfahrungen im Genre oder aber auf den vorher getätigten Gedankenspielen, wie die Handlung wohl verlaufen würde. Auch der Qualitätsanspruch, wenn man bereits einige Bücher des Autors beziehungsweise der Autorin gelesen hat, kann eine Rolle spielen, eine innere Messlatte aufzubauen, über die das Buch nie rüberzuspringen dachte. 

Alles Bausteine, die eher von LeserInnen an das Buch herangetragen werden, das Werk selbst aber wenig Schuld daran trägt.


Fazit

Ein Buch abzubrechen ist stets die finale Entscheidung eines teilweise langen Gedankenprozesses, in dem man dem Buch immer wieder eine Chance gegeben hat, aber der Funke nicht so recht überspringen wollte. Man könnte diese Tatsache natürlich damit zu begründen, dass das Buch schlichtbar furchtbar sei, aber dieser Blogbeitrag zeigte, dass es viele verschiedene Gründe geben kann, warum man ein Buch aufgibt, die sicher auch in mehrfacher Hinsicht gleichzeitig auftreten können.

Den wahren Grund nach dem Abbruch einmal zu erforschen, ist durchaus lohnenswert und förderlich für den eigenen, zukünftigen Lesespaß, da man hierdurch mehr über sich selbst, die eigenen Ansprüche und auch Erwartungen herausfinden kann. AutorInnen hingegen können von diesen Informationen lernen, wann genau LeserInnen ihre Bücher aufgegeben haben, um gemachte Fehler in zukünftigen Werken nicht noch einmal zu wiederholen. Und zu guter Letzt kann bei einer solchen Reflektion das Bewusstsein stehen, dass ein Abbruch nicht am Buch lag, sondern an einem selbst und man diesen Werken, und damit den VerfasserInnen, zu einem späteren Zeitpunkt noch eine Chance geben sollte.

Warum habt ihr Bücher schon einmal abgebrochen? Gibt es Dinge, die euch wahnsinnig bei Büchern nerven, sodass sie direkt in die Ecke fliegen?

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3 thoughts on “Warum brechen Leser Bücher ab?”

  1. Anmerkung: Damit sie wegen des Umzugs der Domain nicht verloren gehen, hier die früheren Kommentare zu diesem Blogbeitrag:

    Janna | KeJas-BlogBuch
    Ein wirklich toller Beitrag! Ich habe mich ja jahrelang damit schwer getan und wirklich alle meine Bücher bis zum Ende gelesen – damit habe ich aufgehört, denn meine Lesezeit ist mir zu schade für Bücher die mich nicht einnehmen!
    Du hast die Top-Gründe gut herausgearbeitet/benannt – wobei offene Fragen für mich sein dürfen, wenn es zu der Geschichte passt – wenn du verstehst was ich meine?!
    Liebe Grüße & einen feinen Nachmittag/Abend dir!
    3 days ago
    http://kejas-blogbuch.de/

    Sven Hensel
    Vielen Dank für das Lob :)! Da hast du völlig Recht, Lesezeit ist wirklich zu wertvoll für Bücher, die nicht vollkommen überzeugen:) Offene Fragen habe ich in dem Text auch gelobt:) Wenn sich keine Fragen bilden und man alles gesagt bekommt, dann wird das schnell langweilig 🙂 Hab du auch einen tollen Nachmittag und liebe Grüße zurück:)!
    2 days ago

    Andreas Hagemann
    Hallo Sven,
    ich hätte noch zwei Punkte, die bei mir zu Buchabbrüchen geführt haben (eigentlich müsste es ja Leseabbruch heißen ).
    1. mangelndes Talent. Beim Spiel mit Worten hat jeder Autor einen ganz eigenen Stil. Der eine macht es hervorragend, lässt Bilder tanzen, während ein anderer nur eine farblose Umgebung schafft. Ist die Geschichte gut, die Sprache aber schlecht, wird die Geschichte in den meisten Fällen nicht funktionieren. Ein aktuelles Beispiel: George R.R. Martin. Die Sprache ist langweilig, farblos, blass. Allein die Dialoge erzeugen Atmosphäre.
    2. Ich würde die Glaubwürdigkeit noch um den Punkt der Spannung ergänzen. Konflikte sind gut, aber nicht alles. Wieder das Beispiel George R.R. Martin. 300 Seiten (bisher) zahlreiche Konflikte und nur eine spannende Szene. Das ist langweilig. Werden die Kapitel mit Cliff Hangern beendet, zieht es einen mit (siehe dein Punkt Fragen). Wird alles sauber abgeschlossen, wo bleibt dann der Anreiz.

    Zuletzt wäre noch eine Umfrage ganz interessant, wie viele Bücher jeder überhaupt schon einmal abgebrochen hat. Viele kämpfen sich nämlich dennoch bis zum ende durch. Ich habe bisher 3 Bücher abgebrochen.
    Gruß
    Andreas
    3 days ago
    http://www.andreashagemann.com

    Sven Hensel
    Hey Andreas 🙂 Mangelndes Talent ist auf jeden Fall richtig:) Hatte ich auch überlegt, das aufzugreifen, aber ich empfand das als sehr schwer, das richtig einzuordnen:) Immerhin ist die Frage, ob jemand Talent hat oder nicht, stark von den eigenen Fähigkeiten abhängig und den bisherigen Erfahrungen. So wie du das aber beschrieben hast, ist das aber eine gute Ergänzung, daher danke dafür :)! Bei George R.R. Martin habe ich auch immer schon meine Probleme gehabt…Ich habe sowieso ein Problem mit sehr langen Büchern, weil da meine Aufmerksamkeit einfach nicht ausreicht und bei Martin ist leider zu viel Soap-Stil und zu wenig Entwicklung auf der Handlungsebene mit wirklichen Ereignissen:) Da bin ich ganz froh, dass die Serie das schon in gestraffter Form erzählt 🙂 Eine Umfrage wäre auch eine interessante Idee 🙂 Am besten noch dazu, warum man ein Buch abgebrochen hat oder warum man sich zwang, unbedingt weiterlesen zu müssen 🙂 Da käme sicher spannende Ergebnisse bei raus 🙂 Meine Zahl an abgebrochenen Büchern liegt sicher bei über einem Dutzend 😂.

  2. Ich habe noch nie ein Buch abgebrochen unterbrochen, aber irgendwann habe ich es wieder hervor geholt und doch zu Ende gelesen und ich habe das auch nie bereut.

    Schönen Gruß

    Stefan Lamboury

    1. Interessant, so habe ich das noch nie gemacht! Wenn ein Buch mich einmal so weit getrieben hat, dass ich es abgebrochen habe, war es für mich immer unten durch:) Was aber vorkam war, dass ich merkte, mir fehlte die richtige Stimmung zum Buch, dann habe ich es meist einfach einige Wochen später noch einmal angefangen:)
      Schönen Grüß zurück:)

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