Es ist ein weithin bekanntes Gefühl: diese an einem nagende Missgunst, wenn jemand anderes etwas erreicht hat, von dem man selbst träumte. Sei es die Veröffentlichung eines Buches, das Gewinnen des NaNoWriMos, gute Platzierungen auf Bestsellerlisten, Literaturpreise, wachsende Anhängerschaft oder besonders häufig geteilte und beliebte Blogbeiträge. Egal ob man bloggt und/oder an Büchern schreibt, dieses Gefühl kann viele Menschen ereilen und führt häufig zu einem aufgebrachten Innenleben, bei dem man die Erfolge anderer Menschen sieht und anstatt sich für sie zu freuen, einen gewissen Ärger, vielleicht sogar eine Wut, in jedem Fall aber einen Schmerz spürt, dass sie eine Ziellinie eher erreicht haben, als man selbst dazu in der Lage war. Schnell keimen negative Gedanken auf und man wünscht sich, die Rolle mit der Person tauschen zu können.

Da dieses Thema immer wieder einmal in unterschiedlichster Form vorkommen kann, eben weil Neid und die daraus resultierenden Auswüchse so unterschiedlich sind, soll der heutige Blogbeitrag erst einmal in den Fokus nehmen, warum AutorInnen — und damit sind alle schreibende Menschen gemeint — Neid entwickeln, gefolgt von einer Auflistung wie sich dieses Gefühl entwickeln kann und am Ende soll ein Lösungsvorschlag präsentiert werden, der für ein friedlicheres Miteinander sorgen könnte. 

Viel Vergnügen :)!

 

Das Ziel ruft!

Eigentlich sollten AutorInnen eine verschworene Gemeinschaft bilden und sich gegenseitig unterstützen, immerhin lebt in vielen von uns ein ähnlicher Traum, der uns miteinander verbindet: Die Möglichkeit, vom Schreiben dauerhaft leben zu können/dürfen. Der Weg dorthin ist allerdings lang, schwierig und es geschieht regelmäßig, dass ein Großteil der AutorInnen auf der Strecke bleiben, während einige wenige es etwas weiter schaffen, aber nur die wenigstens werden das Ziel erreichen und vom Schreiben gut leben können. Dies ist ein Fakt, der sicher allen AutorInnen bekannt sein wird und so ist es nicht verwunderlich, dass das Phänomen der Ellenbogengesellschaft leider auch vor der schreibenden Zunft nicht Halt macht:

Man stelle sich den Weg zum Erfolg einmal als einen Wettlauf zu einem engen Tor vor, hinter dem begeisterte LeserInnen jubeln und alle Werke sehnsüchtig erwarten! Natürlich wollen alle AutorInnen am liebsten sofort durch eben jenes Tor stürzen, um den eigenen Traum realisiert zu sehen, aber während einige von uns geduldig marschieren und warten, bis sie an der Reihe sind, gibt es andere, die drängeln und schubsen, nur um das Ziel zu erreichen. Sie wollen unbedingt so schnell es geht ins Ziel kommen und lassen sich nicht von KollegInnen beirren. Manche gehen noch einen Schritt weiter, indem sie nicht nur eigen- und starrsinnig vorangehen, sondern anderen AutorInnen auf dem langen Laufweg zum Ziel sogar absichtlich Beinchen stellen, damit einige stolpern und hinfallen und man selbst eine bessere Platzierung erreichen kann. Wieder andere setzen ihr Hauptaugenmerk sogar großteilig darauf, anderen SchreibläuferInnen Gewichte anzuhängen, sodass die eigene Leistung besser glänzen kann.

Diese Verbildlichung zeigt eines deutlich: Auch Autoren können kleine, gemeine Biester sein. Aber im Gegensatz zu den Gremlins führt keine falsche Fütterungszeit oder Wasserkontakt zu einem solchen Verhalten, sondern ein sehr menschliches Gefühl, das jederzeit in jedem von uns schlummert: Eifersucht.

 

Woher kommt sie?

Wenn man es sich genau betrachtet, haben Autoren viel mit kleinen Kindern gemeinsam: sie fantasieren, begeben sich oft in ihre ganz eigene Welt, biegen sich die Realität für das eigene Vergnügen zurecht und sind gierig danach, neue (Schreib-)Erfahrungen zu machen. Daher kommt es auch nicht von ungefähr, dass neidische Autoren ebenfalls Kindern ähneln. Gerade beim Thema “Spielzeug“ ist bei sehr jungen Menschen oftmals zu beobachten, dass sie stets das tollere und spannendere Spielzeug wollen, insbesondere wenn es gerade jemand anderes hat. Sie vergessen dann gerne, was sie in den Händen halten und schauen nur noch auf das, was sie eben nicht haben.

Bei Autoren verhält es sich genauso: Sobald jemand Erfolg hat und man es der Person nicht gönnt, erscheint das, was man selbst erreicht hat, auf einmal nicht mehr so toll und man wünscht sich eigentlich den Erfolg des anderen. Es ist ein zutiefst menschliches Gefühl, sich mit anderen Menschen zu vergleichen und sich die Dinge zu wünschen, die man selbst nicht besitzt. Einigen von uns gibt das einen Antrieb, härter zu arbeiten und sich weiter zu verbessern, um ähnliche Höhen zu erreichen. Anderen jedoch versetzt es Stiche ins Herz — sie kommen sich weniger wertvoll und bedeutsam vor. Die andere Person muss nicht einmal etwas aktiv gemacht haben, um diese Eindrücke auszulösen. Auch ein Schutz davor ist nicht möglich, da diese Stiche wie Pfeile aus dem Nirgendwo kommen. Genau diese Kombination ist es, die missgünstige Autoren zu kleinen Monstern werden lässt, die mindestens eine, wenn nicht sogar mehrere der im folgenden Abschnitt aufgeführten Auswüchse selbst erleben beziehungsweise aktiv betreiben.

 

Wie drückt sich Neid aus? 

Natürlich ist jeder Autor und jede Autorin ein Individuum und deshalb können sich neidbedingte Abgründe auch in unterschiedlichen Formen auftun. Die Auflistung in diesem Bereich des Blogbeitrages kann daher nur einen Teil der möglichen Reaktionen nennen und hat nicht den Anspruch vollständig zu sein, gerne kann die Liste in Gedanken durch eigene Beispiele noch ergänzt und damit erweitert werden. Es sei zusätzlich erwähnt, dass manche der Beispiele/Erklärungen unlogisch auf rational denkende Menschen wirken werden, aber wenn Eifersucht das Handeln bestimmt, ist wenig Raum für Vernunft. Wer die eigenen Emotionen wirklich noch völlig unter Kontrolle hätte, würde eventuell gar nicht vornehmlich nur Neid empfinden, sondern vor allem Freude für andere AutorInnen, die erfolgreicher sind als man selbst.   

Negative Gefühle treten auf

Man spürt ein mulmiges Köcheln im Innern, das mögliche Freude verdrängt und stattdessen (über einen Zeitraum hinweg) für Minderwertigkeitskomplexe, Zorn und Ärger sorgt. Ausgelöst werden sie meist durch Tweets/FB-Posts oder Instagram-Bilder von einer oder mehreren Personen, die offen zeigen, wie stolz sie auf die erreichte Leistung sind. Zusätzlicher Katalysator kann sein, wenn dieses als Prahlen und Angeberei empfundene Teilen eines Erfolges auch noch von anderen Menschen beklatscht und bejubelt wird, was den Wunsch vergrößert, selbst in der Situation sein zu können. Dass dem nicht so ist, führt dann wiederum zu einer wachsenden Verbitterung sowohl über sich als auch der Gemeinschaft, die nicht erkennt, dass man ebenfalls eine solche Behandlung verdient hätte.

Den beneideten Erfolg kleinreden

Anstatt sich mit den eigenen Erfolgen/Verkäufen zu beschäftigen und wie man sie erreichen beziehungsweise verbessern kann, investiert man die eigene Energie darin, die Leistungen anderer Menschen herunterzuspielen, um die Distanz zwischen sich und den Beneideten nicht allzu groß aussehen zu lassen. Dies soll sich — bewusst wie unbewusst — positiv auf die aufkeimenden Minderwertigkeitskomplexe auswirken, sodass das Gefühl, versagt zu haben, nicht zu sehr in den Vordergrund rückt. Sätze wie „so viel wurden auch nicht verkauft“, „ist eh nur geklaut“, „das kann jeder schreiben“, usw. werden in solchen Momenten gerne benutzt.

Die Qualität des/der AutorIn absprechen 

In eine ähnliche Kerbe schlagen Kommentare, derer man sich bedient, um die Qualität des eigenen Schreiben heraufzustufen, während man die der Person(en), die man den Erfolg missgönnt, herabsetzt: „der/Die kann nichts!“, „extrem schlechter Stil“, „erbärmliche Charaktere“, „furchtbar geschrieben!“, usw.

Die Qualität der Leser absprechen

Manchmal sucht man sich als Zielscheibe der eigenen Eifersucht aber nicht nur diejenigen aus, die Bücher oder Blogbeiträge hergestellt haben, deren Erfolg man für sich selbst gerne hätte, sondern schiebt die Schuld denjenigen zu, die eigene Werke verschmähen und lieber zu anderen AutorInnen greifen. Auch da gibt es typische Phrasen, die man — ebenso wie die vorherigen — zu sich selbst sagt, um nicht eingestehen zu müssen, dass man selbst das Problem ist oder sie sogar öffentlich kund tut, sei es in sozialen Netzwerken oder im Gespräch mit anderen Menschen: „Wieso liest man sowas? Müssen ziemliche Idioten sein!“, „die wissen gar nicht, was gut ist!“, „Keinerlei Anspruch, nur literarisches Fastfood!“, „Kein intelligenter, klar denkender Mensch würde sich das antun! Die haben alle keinen Geschmack!“

Ablehnung gegen Beiträge der Person (z.B. Blog) entwickelt sich

Egal wann und wo die Person in welcher Form auch immer erscheint, das negative Gefühl — einhergehend mit den zuvor genannten Gedanken — tritt immer wieder hervor, sodass sich die innere Ablehnung noch weiter verstärkt. Man entwickelt eine Anti-Haltung gegenüber der Person und findet alles was sie macht prinzipiell schlecht. Je öfter die Person (und ihre Erfolge) dann in Erscheinung tritt, sei es durch soziale Kanäle oder durch persönlichen Kontakt, umso schneller steigt ein kleines Unwohlsein an bis zu einem Magengeschwür, wenn man nur den Namen der Person sieht oder hört.

Kollegen aktiv schlecht reden

Wenn es nicht mehr ausreicht, andere Personen und ihre Leistungen vor sich selbst kleinzureden oder diejenigen, die zum Erfolg beitragen, zu denunzieren, ist einer der nächsten Schritte, hinter dem Rücken der Person schlecht über sie zu reden. Sei es bei der eigenen Familie, Freunden, Kollegen oder im Social-Media-Bereich mit dem eigenen oder sogar mit Fakeprofilen. Im Vordergrund steht die direkte und oftmals beleidigende Auseinandersetzung mit einem Feindbild im Verbund mit dem Gefühl, man sei im Recht und hätte beinahe schon eine Verpflichtung, andere davon in Kenntnis zu setzen, dass die Leistung der jeweiligen Person gar nicht so besonders ist.

Negative Kommentare in Blogs/Foren, etc. schreiben

Mehr und mehr steigert sich das negative Gefühl und es wird eine Linie überschritten, bei der es langsam gefährlich wird. Reicht es nicht mehr, sich nur über die Qualität auszulassen und sich selbst hochzujubeln, trägt die Eifersucht derart schlimme Züge, dass man langsam beginnt, die Arbeit und die Person an sich zu sabotieren, indem man absichtlich von der eigenen Abneigung beeinflusste Kommentare schreibt. Eine öffentlich ausgetragene Anti-Haltung aus persönlichen Gründen heraus, die insgesamt dazu beitragen soll, das Ansehen der Person negativ zu beeinflussen.

Verrisse im eigenen Blog

Eine weitere Alternative — man könnte auch von einer Steigerung sprechen, je nach Perspektive —, liegt darin, den eigenen Blog für einen kleinen Rachefeldzug zu missbrauchen. Dies kann beispielsweise in Form von hyperkritischen Antworten auf Blogbeiträge geschehen, nur um gegen den Punkt der beneideten Person zu sein oder man rezensiert Bücher der Person besonders schlecht. In beiden Fällen geht es nicht darum, LeserInnen einen Rat zu geben, sondern einzig allein um die Zurschaustellung einer persönlichen Abneigung und den Manipulationsversuch, LeserInnen auf die eigene Seite zu holen.

Bewertungen der Bücher bewusst fälschen

Eine der schlimmsten und schädigendsten Formen des Neides für AutorInnen: Bücher werden in den gängigen Onlineportalen schlecht bewertet, Kritikpunkte werden erdacht und das alles nur, damit die negative Bewertung dem Buch und damit den AutorInnen schadet.

 

Was ist die Lösung?

Es kann nur einen einzigen Tipp geben, der wirklich auf Dauer hilft: Nehmt die starke, negative Energie, die man durch eine Eifersuchtsattacke bekommt und investiert sie in das Verbessern der eigenen Arbeit. Es bringt nichts, Abneigung/Hass auf Kollegen zu richten oder deren Erfolg zu sabotieren. Dadurch werden die eigenen Bücher weder besser noch häufiger verkauft. Auch das eigene Selbstbild verbessert sich nicht und es wird ebenfalls nichts dazu beitragen, mehr Anhänger zu bekommen, die hinter einem stehen! Handlungen, wie sie in diesem Beitrag aufgeführt wurden, sind zutiefst niederträchtig und bringen euch auf keiner Ebene weiter. 

Nutzt die Zeit und Kraft lieber dafür, euch weiter in der Branche zu vernetzen, Werbung für euch zu machen und auf Kollegen/Leser sympathisch zu wirken, sodass sie eure Werke kaufen und weiterempfehlen. Schaut euch bei erfolgreicheren AutorInnen Tipps und Tricks ab, wie sie vorgehen, damit auch ihr eure Ziele erreichen könnt. Macht aber vor allem eines:

Wandelt die Eifersucht und den Zorn, dieses Stechen im Herzen, in positive Aktionen um. Es gibt wirklich genug Hass und Missgunst auf dieser Welt, da brauchen wir solche negativen Emotionen nicht auch noch unter uns KollegenInnen. 

 

 

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Bildquelle: CC 2.0 – Lizenz: https://www.flickr.com/photos/inti/3128443786/

 

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