Im heutigen Blogbeitrag wird es um eine Sammlung von 10 kurzen, aber effektiven Schreibtipps gehen, die das SchreiberInnenleben ordentlich erleichtern und einen Beitrag dazu leisten sollen, noch mehr Freude am Autorenleben haben zu können.

Da mit Schreibtipps aber bereits ganze Bücher gefüllt wurden und insbesondere deren Erklärungen nicht selten viele, viele Seiten einnehmen, wird im Folgenden einmal gezeigt, dass gute Hilfestellungen keine endlosen Erklärungen benötigen. 

Viel Vergnügen!

 

1. Profitiere von anderen Büchern! 

Ein Großteil aller AutorInnen liebt es nicht nur zu schreiben, sondern auch in den Werken von KollegInnen einzutauchen. Dies kann man sich zunutze machen, indem man das Lesevergnügen ein wenig dahingehend anpasst, Bücher nicht nur als Konsument, sondern auch als Quelle zur Erweiterung des eigenen Horizontes zu sehen. Es sei daher angeraten, Bücher unterschiedlichster Genres zu lesen und dabei auf ihre internen Besonderheiten wie Figurenfunktionen, Spannungsaufbau, Erzählstruktur und Einsatz der Sprache zu achten. Dies fordert zwar eine eher analytische Lesart, aber hierdurch versetzt man sich selbst in die Lage, die Elemente, die einem am meisten gefallen und am nützlichsten erscheinen, in Verbindung mit dem eigenen Stil verschmelzen zu lassen. So verbessert man die eigenen Fähigkeiten und kann vom Wissen um bestimmte Erzähltechniken anderer AutorInnen profitieren.

 

2. Beseitige Motivationslöcher durch Herausforderungen!

Für AutorInnen ist das Schreiben eine der wunderbarsten Freizeitbeschäftigungen, die nicht nur hilft, den eigenen Geist anzutreiben und gleichzeitig vom Alltag zu entfernen, sondern auch dazu beiträgt, die eigene Fantasie anzukurbeln. Das gilt jedoch nur für den Prozess des Schreibens selbst. Vorher steht jedoch meist eine Hürde, die an manchen Tagen riesengroß erscheint: Die Motivation, überhaupt mit dem Schreiben anzufangen. Zu oft lenkt man sich doch lieber ab, prokrastiniert ein wenig, als sich selbst aufzuraffen und Worte auf das Papier zu bringen. Eine Lösung hierfür ist es, sich selbst herauszufordern: gib dir kleine Aufgaben wie z.B. 100 Worte in 5 min oder 300 Worte in 10 Minuten(frei variierbar) zu schreiben und stelle dir eine Stoppuhr. Mache danach eine kurze Pause und fordere dich direkt erneut heraus, damit ein ähnlich zufriedenstellender Effekt eintreten kann, wie das Abhaken eines Punktes auf einer To-Do-Liste. Hilfreich bei diesen Herausforderungen können übrigens auch Webseiten wie Writeordie oder Fighters-block sein, um dich besser zu koordinieren. Probier’s aus!

 

3. Nimm auch mal Abstand zum Reflektieren!

Ähnlich wie bei der Suche nach dem Autoschlüssel oder anderen Dingen, die man verloren hat, gilt auch bei Projekten in einer Sackgassen: gehe einige Schritte zurück und denke gründlich nach, was du gemacht hast! Hierdurch kannst du den Grund finden, warum dein Schreib- oder Gedankenfluss auf einmal ausgebremst ist und findest leichter den Grund dafür, anstatt nur darauf zu warten, dass dich die Muse wieder küssen wird. Einige typische Beispiele, die ein Projekt ins Stocken bringen, können sein: zu wenig/viel Plotten, schlecht ausgearbeitete Figuren/Welten, mangelhaftes Charakterdesign, Funktion(slosigkeit) einzelner Szene, mangelndes Interesse an der Figur/Handlung/Welt, etc.

Zusatztipp: Findest du keinen Grund, sondern fühlst dich einfach generell unkreativ, tritt von deinem aktuellen Projekt weg und tobe dich in einem anderen Kurzprojekt wie einer Kurzgeschichte, Gedichten oder Blogbeiträgen aus, um den schreiberischen Motor zum Laufen zu bringen, um dann mit frischer Kraft wieder ins Hauptprojekt einzusteigen.

 

4. Recherchiere den Wunschtitel deines zukünftigen Buches!

Bevor du dich für den Titel einer Geschichte oder eines Buches entscheidest, google den Namen und schaue auch bei großen Onlineshops nach, ob der Titel zum einen noch frei ist und zum anderen außergewöhnlich genug ist, um nicht mit anderen verwechselt zu werden. Nichts wäre ärgerlicher, als diesen Test zu vergessen und hinterher festzustellen, dass der geliebte Titel, den man beim Schreiben immer im Hinterkopf hatte (und auf den man sich vielleicht beim Schreiben bezog) plötzlich nicht verfügbar ist und man eine Alternative braucht.

 

5. Lass Schreibtipps nicht zu Fesseln werden!

Beinahe jeder Autor und jede Autorin verfügt über ein unterschiedlich großes Repertoire an Schreibtipps, die auf Erfahrungen oder den Belehrungen von KollegInnen basieren. Sie alle haben jedoch eines gemein: es sind keine Patentlösungen. AutorInnen und ihre Probleme beim Schreiben sind so individuell wie ihre persönlichen Vorlieben und Geschichten, daher sollte man sich von dem Gedanken lösen, dass Schreibtipps goldene Regeln wären, die man zwingend zu befolgen hätte. Sie sind lediglich Empfehlungen, die man genauso gut in die Wind schießen kann, wenn man sie ausprobiert und festgestellt hat, dass sie einem nicht weiterhelfen. Keinesfalls sollte man den Fehler machen, sich an die Hilfestellungen zu klammern und das Problem bei sich selbst zu suchen, dass sie nicht funktionieren. Es geht bei diesen Tipps darum, AutorInnen zu unterstützen, aber sobald man sich selbst von ihnen gefesselt oder eingeengt fühlt, weil sie Wege vorschlagen, denen man nur schwer folgen kann, sollte man sich von ihnen befreien und sich eigene Pfade schaffen.

 

6. Überarbeite regelmäßig während des Schreibens!

Die Überarbeitung stellt für einige AutorInnen ein großes Problem da, weil die schöne Zeit des kreativen Schreibens vorbei ist und man sich an die Eigenkorrektur machen muss. Dies ist insbesondere deswegen anstrengend, weil man sich so erneut mit dem eigenen Text auseinandersetzt, ihn wie spätere LeserInnen wahrnehmen muss und mit einer literarischen Realität konfrontiert ist, die im Kopf vielleicht ganz anders aussah. Noch schwieriger wird es, wenn man sich die Überarbeitung komplett ans Ende des Schreibprozesses gestellt hat und somit vor einem riesigen Berg an zu überprüfenden Sätzen und Seiten steht. Empfehlenswert ist es daher, nach jedem zweiten Kapitel, respektive allen 20-30 Seiten eine kurze Schreibpause einzulegen und das Geschriebene bereits zu überarbeiten. Hierdurch wird der Berg, den man am Ende zu überarbeiten hat, etwas geringer, was sich positiv auf das Selbstwertgefühl und die Motivation auswirkt, da es dementsprechend weniger Textstellen geben wird, die man verändern oder anpassen muss.

 

7. Mache Notizen über Figuren & Handlungen!

Während des Schreibens kann es leicht passieren, dass man sich nicht jedes einzelne geschriebene Detail merken kann. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich schon beim Schreiben Notizen über die Figuren, ihre Handlungen, Entwicklungen, Veränderungen und auch über die  Wege der Haupt- und Nebenhandlungen zu machen, um jederzeit einen Überblick über die geschriebenen Inhalte zu besitzen. Sollte beim Überarbeiten auffallen, dass Versatzstücke nicht zueinander passen, kann man unter Hilfenahme dieser Notizen leichter herausfinden, wo man falsch abgebogen ist bzw. welche Textteile man noch an den neuen Handlungsverlauf anpassen muss. Gleichzeitig unterstützen diese Notizen uns AutorInnen auch dabei, Figuren ein schlüssiges und ihren Charakteren entsprechendes Verhalten zu geben, was wichtig für deren Glaubwürdigkeit und die Leserbindung ist.

 

8. Lerne von Filmen & Serien! 

Auch wenn man es gerne vergisst: Filme und Serien entstehen nicht einfach durch Zauberei, sondern basieren auf Drehbüchern und sind gerade deswegen ebenfalls nützlich für die Gestaltung eigener Geschichten. Drehbücher besitzen (ähnlich wie Theaterstücke) zwar eigene Elemente wie z.B. Kameraführung, aber sind durch die Gestaltung der Figuren, mehreren Handlungsebenen und auch den Dialogen verwandt mit Romanen und eignen sich daher wunderbar als Inspirationsquelle. Reflektiere daher darüber, welche Serien und Filme aus welchen Gründen bei dir besonders gut funktionieren und überlege, ob erzählerische Kniffe auch für deine Geschichten hilfreich sein könnten. Denke ebenfalls darüber nach, welche Serien und Filme dir nicht gefallen, und finde auch da die Gründe, um deine Bücher von jenen Elementen fernzuhalten.

 

9. Setze realistische, motivierende Wortziele pro Schreibzeit!

Nicht jeder von uns ist in der Lage, wirklich ausnahmslos jeden Tag zu schreiben, da wir alle unterschiedliche Lebensstile führen und je mehr Verpflichtungen man außerhalb des Schreibens besitzt, umso weniger Zeit und Konzentration bleibt für die kreativen Prozesse. Umso wichtiger ist es, dass die wenige Schreibzeit, die man sich nimmt, auch wirklich Spaß macht und gut genutzt ist. Hierfür ist es vor allem ratsam, mit realistischen Wortzielen zu arbeiten, die nicht zu überambitioniert sind, da der positive Druck dann schnell umschlägt. Wer beispielsweise durchschnittlich 500 Worte pro Stunde schreibt, ist gut bedient, sich nicht 1500 Worte als Ziel einer Schreibzeit zu setzen. Schlimmstenfalls wandelt sich der Schreibspaß in Stress um und auch die Qualität des geschriebenen Inhalts kann zu wünschen übrig lassen, da man die Wort gehetzt niederschrieb, anstatt sie sorgfältig zu planen.

 

10. Verschiebe nicht auf morgen, was du heute kannst besorgen!

Eine der typischen Krankheiten von uns AutorInnen ist es, der Prokrastination zu verfallen. Nur zu gerne kommt es vor, dass man sich von anderen Dingen ablenken lässt und das Schreiben dadurch nach hinten verschiebt, weil in den seltensten Fällen akuter Zeitdruck vorherrscht, zumindest solange man die Textproduktion nicht bis kurz vor einer Verlagsdeadline geschoben hat. Dennoch ist die Prokrastination Teil des sicheren Gefühls, auch noch morgen/später entweder schreiben, überarbeiten, plotten oder Ungereimtheiten beseitigen zu können. Sagt man sich aber während des Schreibens sehr oft, dass das eigene Zukunfts-Ich die Probleme lösen kann, wird man sich gegebenenfalls am Ende dieser langen Kette überfordert fühlen, welche schiefen Stellen man auf der Figuren- oder Handlungsebene ausbügeln muss. Das wiederum schlägt sich auf die Motivation nieder und kann das positive Gefühl über den eigenen Text zunichte machen. Daher sei dringend geraten, sich Problemen im Text möglichst zeitnah zu stellen und sie nach bestem Gewissen zu beseitigen, damit das Zukunfts-Ich den Stolz über die eigene Leistung empfinden kann, der nach so vielen Arbeitsstunden auch verdient ist.

 

 

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